Kinder

Das Erbrecht in der 1. Parentel

Zur ersten Linie gehören die Kinder und Kindeskinder (= Enkel, Urenkel, …) des Verstorbenen. Unter diesen wird die Erbschaft nach Köpfen geteilt (siehe Beispiel 1). Vorverstorbene Kinder werden durch deren Nachkommen (= Enkel, … des Verstorbenen) repräsentiert. Diese bekommen den Anteil an der Verlassenschaft, der dem vorverstorbenen Kind zustünde (siehe Beispiel 2). Hinterlassen vorverstorbene Kinder keine Nachkommen, wächst ihr Anteil den übrigen Kindern oder deren Nachkommen zu (siehe Beispiel 3).

Ob das Kind ehelicher oder unehelicher Abstammung ist, ist heutzutage unerheblich, sie werden vom Gesetz gleich behandelt. Das Verwandtschaftsverhältnis muss zu Lebzeiten des Verstorbenen feststehen oder nach dessen Tod gerichtlich festgestellt werden. Adoptierte Kinder erben gleich wie leibliche Kinder. Durch bloße Namensgebung wird keine Verwandtschaft begründet! Kinder, die nur den Namen bekommen haben, müssen entweder auch adoptiert oder testamentarisch berufen werden damit sie erben können.

War der Verstorbene im Zeitpunkt des Todes verheiratet, so erben Angehörige der ersten Linie neben dem Ehegatten zusammen immer zwei Drittel der Verlassenschaft. Dem Ehegatten steht das restliche Drittel der Verlassenschaft zu (siehe Beispiel 4).

Hat die verstorbene Person keine Kinder, so kommen die weiteren Verwandten in den nachfolgenden Parentelen zum Zug.

Beispiele

Beispiel 1
Egon hinterlässt zwei Kinder, Anna und Bernd. Egon ist geschieden und hat kein Testament verfasst. Nach der gesetzlichen Erbfolge erben Anna und Bernd je zur Hälfte.

Beispiel 2
Ist Bernd bereits vor seinem Vater Egon gestorben, sieht die Rechtslage folgendermaßen aus: Hat Bernd selbst zwei Kinder (Enkel des verstorbenen Egon) hinterlassen, bekommen diese, was Bernd zustünde. Die Hälfte der Verlassenschaft, die Bernd zustünde, wird dann auf seine beiden Kinder verteilt. Egons Tochter Anna erhält somit die Hälfte und seine zwei Enkelkinder jeweils ein Viertel der Verlassenschaft.

Beispiel 3
Ist Bernd vorverstorben und hat er keine Kinder hinterlassen, fällt sein Erbteil seiner Schwester Anna zu, sodass diese als einzig lebendes Kind des Egon zur Gänze erbt.

Beispiel 4
War Egon im Zeitpunkt des Todes verheiratet und hat er zwei Kinder, so bekommt seine Ehefrau ein Drittel der Verlassenschaft. Die restlichen zwei Drittel werden auf die Kinder verteilt, die jeweils ein Drittel erhalten.

Was uns freut...

Wir halten viele Seminare und Informationsveranstaltungen ab. Kürzlich haben wir wieder eine sehr positive Rückmeldung dazu erhlaten, die uns viel Motivation gibt:

"Gestern, am Mittwoch dem 6.2.2019, besuchte ich den Vortrag „Das neue Testament“. Die Vortragenden waren der Notar Herr Mag. Klaus Schöffmann und Frau Dr. Bettina Piber. Nun, ich kann mir vorstellen, dass Sie interessiert sind, wie dieses Thema von den Senioren angenommen wurde.

Daher möchte ich Ihnen mitteilen: Meine Partnerin und ich waren von dem Vortrag sehr begeistert, inhaltlich und auch die Art und Weise, wie uns dieses Thema näher gebracht wurde - locker, humorvoll und trotzdem sehr informativ.

Mit freundlichen Grüßen

E.S."

Danke!


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Bevor Sie ein Testament errichten sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wen möchte ich nach meinem Tod berücksichtigen?
  • Möchte ich schon vorab Dinge weitergeben? Beispielsweise ein Haus, eine Wohnung?
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  • Möchte ich einzelne Gegenstände an jemand Bestimmten weiter geben?

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Bettina Piber

Dr. Bettina Piber

Notarsubstitutin im Notariat Schöffmann

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