Mein Kind ist verschuldet. Wie testiere ich sinnvoll?

Unlängst wurde ich mit einem Fall konfrontiert, in dem ein Vater sich überlegte, wie das Vermögen nach seinem Tode unter seinen beiden Söhnen aufzuteilen sei: Einer der beiden Söhne, ein selbständiger Gewerbetreibender, war zuvor mit seiner Einzelfirma in Konkurs gegangen und hatte mit sehr hohen Forderungen seiner Gläubiger zu kämpfen.

Der Vater wollte dennoch beide Söhne bedenken, das Familienvermögen jedoch nicht dem Zugriff der Gläubiger des einen Sohnes aussetzen. 

Hier konnte im Zuge der Beratung eine optimale Lösung für die geplante letztwillige Verfügung des Familienvaters gefunden werden: Wenn bei einem sehr verschuldeten (oder verschwenderischen) Pflichtteilsberechtigten die wahrscheinliche Gefahr besteht, dass der ihm gebührende Pflichtteil zum größten Teil seinen Kindern entgehen würde, so kann der Verstorbene diesen Pflichtteil, statt ihn dem Pflichtteilsberechtigten (seinem Sohn) zu belassen, dessen Kindern zuwenden (§ 771 ABGB). Dieser Enterbungsgrund ist übrigens auch auf den Ehegatten anwendbar.

Die Lösung:
Im konkreten Fall sah der Vater in seinem Testament dann vor, dass der eine unverschuldete Sohn den ihm zukommenden Erbteil erhielt und anstatt des verschuldeten zweiten Sohnes dessen Kinder den ansonsten ihrem Vater zufallenden Teil der Verlassenschaft bekommen sollten.

So konnte die Vermögensüberführung in der Familie geregelt werden und das Familienvermögen dem Gläubigerzugriff Außenstehender entzogen werden.

Was uns freut...

Wir halten viele Seminare und Informationsveranstaltungen ab. Kürzlich haben wir wieder eine sehr positive Rückmeldung dazu erhlaten, die uns viel Motivation gibt:

"Gestern, am Mittwoch dem 6.2.2019, besuchte ich den Vortrag „Das neue Testament“. Die Vortragenden waren der Notar Herr Mag. Klaus Schöffmann und Frau Dr. Bettina Piber. Nun, ich kann mir vorstellen, dass Sie interessiert sind, wie dieses Thema von den Senioren angenommen wurde.

Daher möchte ich Ihnen mitteilen: Meine Partnerin und ich waren von dem Vortrag sehr begeistert, inhaltlich und auch die Art und Weise, wie uns dieses Thema näher gebracht wurde - locker, humorvoll und trotzdem sehr informativ.

Mit freundlichen Grüßen

E.S."

Danke!


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Bevor Sie ein Testament errichten sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wen möchte ich nach meinem Tod berücksichtigen?
  • Möchte ich schon vorab Dinge weitergeben? Beispielsweise ein Haus, eine Wohnung?
  • Wie sind meine Familienverhältnisse?
  • Möchte ich einzelne Gegenstände an jemand Bestimmten weiter geben?

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Bettina Piber

Dr. Bettina Piber

Notarsubstitutin im Notariat Schöffmann

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