Erbrecht von Lebensgefährten

Unter Lebensgemeinschaft wird eine eheähnliche Geschlechts-, Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft verstanden. Sie ist jedoch - im Gegensatz zur Ehe - jederzeit einseitig lösbar.

Der Lebensgefährte hat ein außerordentliches Erbrecht. Dieses greift erst dann, wenn die Verlassenschaft mangels anderer gesetzlicher Erben (z.B. Onkel, Großneffe, ...) den Vermächtnisnehmern oder dem Bund zufallen würde.

Ferner hat der Lebensgefährte das auf ein Jahr befristete Recht, in der gemeinsamen Wohnung weiter zu wohnen und die zum gemeinsamen Haushalt gehörenden Sachen in dieser Zeit zu benutzen (gesetzliches Vorausvermächtnis).

Voraussetzung ist grundsätzlich das Bestehen eines gemeinsamen Haushalts in den letzten drei Jahren.

Tipp

Der Lebensgefährte hat nur ein nachrangiges Erbrecht! Wer seinen Lebensgefährten absichern will, muss zu dessen Gunsten ein Testament errichten.

Sonderfälle Mietrecht und Wohnungseigentum

Sonderregelungen bestehen im Mietrecht, dort haben Lebensgefährten unter bestimmten Umständen ein Eintrittsrecht in den Mietvertrag.

Auch durch die Möglichkeit, gemeinsames Wohnungseigentum zu begründen, kann eine Absicherung des Lebensgefährten erreicht werden. Hier sind Vereinbarungen unter den Lebensgefährten sinnvoll. Dafür ist jedenfalls die notarielle Beratung anzuraten.

Kinder aus einer Lebensgemeinschaft

Kinder aus einer Lebensgemeinschaft haben ein Erbrecht nach beiden Eltern, sofern die Vaterschaft durch Anerkenntnis oder Urteil festgestellt wurde. Außereheliche Kinder sind nach beiden Eltern ehelichen Kindern erbrechtlich vollkommen gleichgestellt.


Wörthersee Architektur Karte 2019


Das Notariat Schöffmann unterstützt die Herausgabe der neuen Karte zur Wörthersee-Architektur von Heimo Kramer


Rechtsauskunft

Die erste Rechtsauskunft bei uns ist immer kostenfrei. Nutzen Sie diese Möglichkeit!

Kanzleibroschüren

Unsere beliebten Kanzleibroschüren bieten gute Erstinformationen.

Erben und Vererben (Auflage 2018)

Selbstbestimmt alt werden (Auflage 2018)

Checklist Testament

Bevor Sie ein Testament errichten sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wen möchte ich nach meinem Tod berücksichtigen?
  • Möchte ich schon vorab Dinge weitergeben? Beispielsweise ein Haus, eine Wohnung?
  • Wie sind meine Familienverhältnisse?
  • Möchte ich einzelne Gegenstände an jemand Bestimmten weiter geben?

weiterlesen ...

Bettina Piber

Dr. Bettina Piber

Notarsubstitutin im Notariat Schöffmann

Musterhandbuch

Musterhandbuch

Musterhandbuch

Eine Praktikerübersicht zum Grundverkehrsrecht in ganz Österreich von Mag. Schöffmann ist erschienen!